Rasen richtig giessen – wie viel Wasser braucht der Rasen wirklich?
Nach dem aussergewöhnlich trockenen und sonnigen April stellen sich aktuell viele Gartenbesitzer dieselbe Frage: Muss der Rasen jetzt gegossen werden?
Pünktlich zu den Eisheiligen hat es in vielen Regionen endlich wieder etwas geregnet. Das hilft dem Rasen zwar kurzfristig – ersetzt aber nicht automatisch eine gezielte Bewässerung.
Gerade im Frühling wird beim Giessen oft zu früh oder zu wenig bewässert. Dabei ist nicht entscheidend, wie oft gegossen wird, sondern wie viel Wasser tatsächlich im Boden ankommt.
Wann braucht der Rasen wirklich Wasser?
Ein gesunder Rasen kommt erstaunlich gut mit kurzen Trockenphasen zurecht. Wird jedoch bereits bei den ersten trockenen Tagen regelmässig gewässert, gewöhnt sich der Rasen daran.
Die Folge:
- Flachere Wurzeln
- Höhere Trockenheitsanfälligkeit
- Schnellerer Stress bei Hitze
Deshalb gilt: Nicht vorsorglich giessen – sondern gezielt dann, wenn der Rasen erste Trockenstress-Symptome zeigt.
Der einfache Welkepunkt-Test
Ob Ihr Rasen Wasser benötigt, erkennen Sie mit einem einfachen Test:
Gehen Sie über die Rasenfläche.
Bleiben die Halme nach dem Betreten liegen und richten sich nicht mehr auf, ist der sogenannte Welkepunkt erreicht. Spätestens jetzt sollte bewässert werden.
Weitere Anzeichen für Wassermangel
- Graugrüne oder matte Farbe
- Trockene, harte Bodenoberfläche
- Langsameres Wachstum
- Sichtbare Fussabdrücke
Wie viel Wasser ist richtig?
Viele bewässern zu kurz. Ein paar Minuten mit dem Rasensprenger reichen meist nicht aus, damit das Wasser tief genug in den Boden eindringt.
Besser ist:
Lieber selten, aber durchdringend giessen.
Als Richtwert gelten:
- Ca. 15–20 Liter Wasser pro m²
- Idealerweise in einem Bewässerungsgang
- 1–2 Mal pro Woche reicht oft aus
So gelangt das Wasser tiefer in den Boden und die Rasenwurzeln wachsen nach unten. Das macht den Rasen deutlich robuster gegenüber Hitze und Trockenheit.
Der beste Zeitpunkt zum Giessen
Am besten bewässern Sie:
- Früh morgens
oder
- Spät abends
Dann verdunstet weniger Wasser und der Boden kann die Feuchtigkeit besser aufnehmen.
Wichtig
Nicht täglich oberflächlich wässern. Das fördert flache Wurzeln und schwächt den Rasen langfristig.
Bewässerung und Düngung clever kombinieren
Wer aktuell düngt, kann die Bewässerung optimal nutzen.
Durch das Einwässern gelangen die Düngerkörner direkt auf den Boden und beginnen sich schneller aufzulösen. Die freigesetzten Nährstoffe stehen den Gräsern dadurch rascher zur Verfügung.
Ohne Bewässerung sind die Granulate oft auf Tau oder leichte Feuchtigkeit angewiesen – die Wirkung setzt entsprechend langsamer ein.
Fazit: Jetzt beobachten statt überreagieren
Der Regen rund um die Eisheiligen war für viele Rasenflächen ein wichtiger erster Schritt nach dem trockenen Frühling. Trotzdem lohnt es sich, die Rasenfläche in den kommenden Wochen gut im Blick zu behalten.
Entscheidend ist nicht tägliches Giessen, sondern die richtige Menge zum richtigen Zeitpunkt. Wer seinen Rasen gezielt und durchdringend bewässert, fördert tiefere Wurzeln und einen widerstandsfähigen, dichten Rasen – auch für die kommenden Sommerwochen.





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